Humboldt Universität mit einer Statue von Wilhelm von Humboldt
Die Humboldt Universität (HU) zu Berlin ist die traditionsreichste und älteste Universität in Berlin. Die Campus-Anlage befindet sich direkt an dem Prachtboulevard Unter den Linden72 inmitten vieler weiterer historischer Gebäude. Die Juristische Fakultät der Universität ist in der ehemaligen Königlichen Bibliothek am Bebelplatz beheimatet.
Geschichte Dem Leitmotiv der Einheit von Lehre und Forschung folgend, wurde die Humboldt Universität im Jahr 1810 eröffnet. Ziel von Wilhelm von Humboldt und Johann Gottlieb Fichte, dem ersten gewählten Rektor der Universität, war es, mit Hilfe der Universität die humanistische Bildung der Studenten zu gewährleisten.
Die Struktur der Universität bestand zur Gründung aus den vier klassischen Fakultäten Medizin, Jura, Philosophie und Theologie. Berühmte Professoren der Gründerjahre waren unter anderem Georg Friedrich Wilhelm Hegel (Philosophie), Karl Friedrich von Savigny (Jura), August Boeckh (Klassische Philologie), Christoph Wilhelm Hufeland (Medizin) und Albrecht Daniel Thaer (Landwirtschaft).
Hauptsitz der Universität wurde das ehemalige Palais des Prinzen Heinrich von Preußen an der Straße Unter den Linden72. In den Jahren 1910 bis 1920 wurde der Campus der Humboldt Universität mehrfach verändert und erweitert.
Die Zeit des Nationalsozialismus bedeutete für die Universität einen erheblichen Verlust an Gelehrten und Studierenden. Die Vorlesungen von jüdischen Professoren wurden boykottiert, Doktoren- und Professorentitel wurden aberkannt und insbesondere während der letzten Kriegsjahre wurden zahlreiche jüdische Studenten und Dozenten verhaftet. Beschämender Höhepunkt war die vor der Humboldt Universität auf dem Opernplatz bzw. Bebelplatz stattfindende Bücherverbrennung, bei der die Nationalsozialisten tausende Werke von nicht NS-konformen Büchern und Schriften unter dem Beifall von Studenten und Gelehrten in einem spektakulär inszenierten Feuer verbrannten.
Von Kriegsschäden gezeichnet begann noch im Jahr 1945 der Wiederaufbau. Den Namen Humboldt Universität trägt die Hochschule seit dem Jahr 1949. Mit der Teilung der beiden deutschen Staaten und der immer stärker zunehmenden Einflussnahme der kommunistischen Regierung auf die Lehre blieb der Ursprungsgedanke der Universität von der Freiheit der Wissenschaft ein wenig auf der Strecke. Trotz allem konnte ein hoher internationaler Standard gewährleistet werden, weil intensiver Kontakt zu Universitäten der USA, Japans und vor allem der ehemaligen Sowjetunion bestand.
Mit dem Mauerfall konnte die Humboldt Universität ihren internationalen Wert erheblich steigern und gehört inzwischen zu den renommiertesten Universitäten Deutschlands. Seit ihrer Gründung brachte die Universität insgesamt 29 Nobelpreisträger hervor. Zu den Absolventen der Universität gehören zum Beispiel Albert Einstein, Max Planck, Heinrich Heine, Otto von Bismarck, Karl Liebknecht, Franz Mehring, Karl Marx und Kurt Tucholsky.
Juristische Fakultät der HU am Bebelplatz
Aktuelle Fakultäten Die heutigen Fakultäten der Hochschule vereinigen in ihrem Lehrangebot alle wichtigen Studienfächer. Hierzu zählen die juristische Fakultät, die landwirtschaft-gärtnerische Fakultät, die mathematisch-naturwissenschaftliche Universität, die philosophische Fakultät, die theologische Fakultät, die wirtschaftliche Fakultät und interkulturelle Zentren.
Durch die Verlagerung einiger Fachbereiche auf das neue Gelände in Adlershof konnte eine noch bessere Strukturierung der Universität vorgenommen und mehr Raum für die verbleibenden Fakultäten geschaffen werden. Diese haben weiterhin ihren Sitz an der Straße Unter den Linden72. Darüber hinaus wurden Zentraleinrichtungen für das Sprachenzentrum, den Computer- und Medienservice, die Universitätsbibliothek und den Hochschulsport eingerichtet.
Das Hauptgebäude der Universität befindet sich genau in der historischen Mitte Berlins. Eingerahmt von der Neuen Wache, dem Bebelplatz und der Alten Bibliothek, gehört das Gebäude der Humboldt Universität zu den attraktivsten Universitäten. Inmitten des historischen Umfelds kann man sich leicht in die Anfänge der Universität hineinversetzen, als Berühmtheiten wie Georg Friedrich Wilhelm Hegel, Max Planck oder Robert Koch hier ihrer Forschungsarbeit nachgingen.
Wer beim Studium auf eine Kombination aus Tradition und moderner Wissenschaft Wert legt, findet an der Humboldt Universität sicherlich den richtigen Studienplatz. Durch die zentrale Lage sind die meisten Einrichtungen der Universität sehr gut zu erreichen. Zusätzlich befindet sich ein Teil der Staatsbibliothek75 gleich in unmittelbarer Nähe und die anderen Stadtteile von Berlin sind durch gute Verkehrsanbindungen ebenfalls leicht erreichbar.
Anschrift und Verkehrsanbindung:
Adresse: Unter den Linden 6, 10099 Berlin S-Bahn: Unter den Linden, Friedrichstr. U-Bahn: Friedrichstraße, Französische Straße, Hausvogteiplatz
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