Die Neue Wache in Berlin ist ein weiteres Zeugnis der ereignisreichen Geschichte Berlins. Sie befindet sich gegenüber vom Bebelplatz und in unmittelbarer Nachbarschaft des alten Zeughauses und der Humboldt Universität77.
Die Neue Wache des Stadtplaners Friedrich Schinkel wurde in den Jahren von 1816 bis 1818 als Unterkunft für die Wachen des Prinzessinnenpalais76 erbaut. Die Neue Wache erhielt im Laufe der Geschichte verschiedene Namen: So hieß sie etwa im Jahre 1929 "Mahnmal für die Gefallenen des Krieges" und in der Hitler-Zeit war sie ein "Reichsehrendenkmal". In der Zeit der DDR war die Neue Wache ein "Ehrendenkmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus".
So hatte jede Epoche ihren eigenen Umgang mit dem Gebäude. Nachdem die Neue Wache zunächst als Gedenkstätte für die Opfer des Ersten Weltkrieges gedacht war, erhielt sie zur Zeit des NS-Regimes eine heroische Bedeutung mit dem "Reichsehrendenkmal".
Das genaue Gegenteil sollte die Funktion während der Zeit der DDR sein. Hier flammte das ewige Feuer und erinnerte an die Opfer des Faschismus. Bewacht wurde die Gedenkstätte von Soldaten der nationalen Volksarmee, die täglich eine Wachablösung zelebrierten - die in groben Zügen der Wachablösung in London ähnelte.
Heute ist die Neue Wache die zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland. Am 14. November 1993, dem Volkstrauertag, wurde die Gedenkstätte an die Opfer des Krieges und der Gewaltherrschaft feierlich eingeweiht. Im Inneren wurde das Feuer durch eine Statue der Künstlerin Käthe Kollwitz, die "Trauernde Mutter mit totem Sohn", ersetzt.
Anschrift und Verkehrsanbindung:
Adresse: Unter den Linden 4, 10177 Berlin S-Bahn: Friedrichstraße U-Bahn: Friedrichstraße, Französische Straße Bus: 100
Im Hintergrund der Neuen Wache befindet sich das Palais am Festungsgraben. In dem auch als Palais Donner bezeichneten Bauwerk lebte während der Zeit von 1804 bis 1807 der bekannte preußische Staatsmann Freiherr von Stein. Später diente das Gebäude als Finanzministerium, war dann das Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft und beherbergt jetzt ein Theater und mehrere Galerien.
Neben dem Palais ist das Haus der Singakademie zu finden. Das Gebäude wurde vom Architekten Karl Theodor Ottmers 1827 errichtet und sollte der Pflege von geistlicher Musik dienen. Jetzt gehört das Haus zum Maxim Gorki Theater.
Wer sich mit der Neuen Wache näher beschäftigt, erlebt einen Streifzug durch die Geschichte der Stadt seit dem 19. Jahrhundert. Kaum ein anderes Gebäude wurde mit so vielen verschiedenen geschichtlichen Inhalten in Zusammenhang gebracht. Wenn man bedenkt, dass Schinkel ursprünglich nur eine Unterkunft für die Wachen des Palais im Sinne hatte, so ist doch der Gedanke im Laufe der Zeit vollkommen verloren gegangen.
Anschrift und Verkehrsanbindung:
Adresse: Am Festungsgraben 1, 10177 Berlin S-Bahn: Friedrichstraße U-Bahn: Friedrichstraße, Französische Straße Bus: 100
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